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Führung im Digitalen Wandel

Neun Thesen zum Erfolg und Misserfolg in einer Digitalen Welt

Artikel erschienen in IT-Management Ausgabe 6-2019 (www.it-daily.net)

Es besteht kein Zweifel daran – unsere Welt wird digital! Digitalisierung und Vernetzung schreiten voran und haben längst sämtliche Bereiche unseres Lebens erreicht. Die Frage ist nun: Wer sind die Macher der Digitalisierung; wer prägt und gestaltet sie? 

Im Kern werden bei der Digitalisierung immer zwei Themenfelder betrachtet. Zum einen die Optimierung und Unterstützung bestehender Prozesse unter Nutzung neuester Technologien und zum anderen das Heben neuen Wissens in Form von Daten, um daraus Mehrwerte bzw. neue Geschäftsmodelle zu generieren und umzusetzen. Unternehmen sind daher im Begriff, ein datenbasiertes Geschäftsmodell zu finden, das den Erfolg von morgen verspricht! 

Dabei kommt immer mehr die Frage auf, wie man als Führungskraft in der aktuellen Situation richtig handelt – denn ohne Führung wird es keine erfolgreiche Umsetzung geben. 
Im Folgenden sind daher neun Thesen aufgeführt, von denen abhängt, ob man zu den Gewinnern oder zu den Verlierern der Digitalisierung gehören wird.
 

1. Der Leidens- und Innovationsdruck ist nicht hoch genug!

Die heimische Wirtschaft boomt! Die Ressourcen in den Unternehmen sind gebunden. Fachkräfte fehlen schon jetzt für das Bestandsgeschäft. Der Schmerz für Veränderungen, insbesondere für digitale Innovationen, ist daher in Deutschland nicht groß genug. In den baltischen Staaten war der Druck für den Aufbau neuer Kompetenzen in den vergangenen Jahren deutlich höher – gerade sie sind in Europa beim Thema Digitalisierung führend. In Deutschland lässt das hervorragende Bestandskundengeschäft so manche Innovation verhungern. Hier liegt die Gefahr: Es gibt aktuell genug Beispiele, bei denen einstige Weltunternehmen auf ihrem Höhepunkt unerwartet und schnell einbrachen und sogar vom Markt verschwanden, da sie die Auswirkungen der Digitalisierung unterschätzten. Deutsche Unternehmen dürfen sich nicht auf ihrem Erfolg ausruhen, um im globalen Wettbewerb weiterhin erfolgreich zu sein. 

2. Wir sind nicht mutig genug!

„German Angst“ ist in der Welt eine typische Charakterisierung für uns. Wir müssen alles zu hundert Prozent erklären können, da wir nichts falsch machen wollen. Deutsche Ingenieure gehen erst auf die Kunden zu, wenn sie ihr Produkt bzw. ihren Service perfekt finden. Kunden schon bei der Entwicklung eines unfertigen Produkts einzubinden, ist nicht opportun. Im Silicon Valley startet man dagegen bereits mit Produkten und Services durch, wenn das Wagnis vertretbar ist und die Story passt. So werden Innovationen schneller auf den Markt gebracht und auf die Kundenwünsche ausgerichtet. Auch bei uns ist zu erkennen, dass erfolgreiche Start-ups die Kunden schnell einbinden und ihre Geschäftsmodelle aufgrund des Kundenfeedbacks agil und schnell ändern. 

3. Wir brauchen einen globalen Masterplan!

Globalisierung und Digitalisierung müssen stets zusammen betrachtet werden. Daher müssen wir uns am internationalen Wettbewerb messen! Die chinesische Regierung hat z.B. einen Masterplan, an dessen entscheidenden Stellen globale Weltmarktführer entwickelt werden. Dabei wird nicht diskutiert, sondern gemacht. Es wird enorm auf Geschwindigkeit gesetzt. Deutschland darf sich daher nicht an den Erfolgsmustern der Vergangenheit orientieren, sondern an den neuen internationalen Erfolgsmustern der großen Digitalisierer. Sonst verlieren wir an Geschwindigkeit im Vergleich zu unseren internationalen Wettbewerbern. 

4. Viele verstehen den Zusammenhang zwischen exponentiellen Geschäftsmodellen und Plattform-Technologien nicht!

Im Geschäftsmodell-Technologie-Portfolio haben Gausemeier/Plass (UNITY) die Zusammenhänge von Technologien und Geschäftsmodellen dargestellt und die L-Konzepte im Portfolio entwickelt: Viele Unternehmen optimieren das klassische Geschäft, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern (siehe Abb. 1, blaues L-Konzept). Andere Unternehmen schlagen einen anderen Weg ein, indem sie mit den gewonnenen Daten ihrer eigenen Prozesse und Produkte neue Smart Services entwickeln (siehe Abb. 1, grünes L-Konzept). Sie setzen auf exponentielle Geschäftsmodelle, die sich nicht ohne Plattformtechnologien realisieren lassen. Die neu entstehenden Plattformen sind als digitale Marktplätze in der Lage, bestehende Wertschöpfungsketten zu durchbrechen, indem sie sich als Zwischenhändler etablieren. Sie nehmen oftmals eine zentrale Position im Wertschöpfungsnetzwerk ein.
Die wertvollsten Unternehmen der Welt zeichnen sich dadurch aus, dass sie sowohl die Daten- als auch die Kundenhoheit haben.
 

Abb. 1: Zwei strategische Kernkonzepte:

Die L-Konzepte im Geschäftsmodell-Technologie-Portfolio

5. Die neue Maxime ist Disruption!

Traditionelle Geschäftsmodelle, die über Jahrzehnte erfolgreich waren, werden von innovativen, disruptiven Geschäftsmodellen abgelöst. Das Silicon Valley ist Meister im Erkennen von Schwächen in den Geschäftsmodellen etablierter Unternehmen und trägt, wenn es angegriffen hat, meistens auch den Sieg davon. Exponentielle Geschäftsmodelle haben die Eigenschaft, dass sie lange Zeit unterschätzt werden. Wenn die erst flache Entwicklung den exponentiellen Kick bekommt, geht es jedoch schnell. Die Auswirkungen sind dann ebenfalls größer, als man sich das vorher vorstellen konnte. Für die Etablierten ist es dann aber zu spät. Die Reaktionszeit, um alternative Kompetenzen aufzubauen und ebenfalls Geschäftsmodelle zu entwickeln, ist zu kurz. Jedes Unternehmen sollte sich daher damit beschäftigen, ob es disruptive Ansätze zum eigenen Geschäftsmodell gibt und frühzeitig neue Kompetenzen aufbauen. 

6. Herausforderung Ambidextrie: Bestehendes optimieren, Neues wagen!

Unternehmen stehen heute vor der großen Aufgabe, das Bestandsgeschäft durch technologische Innovationen zu stärken und gleichzeitig digitale Visionen zu verfolgen, um im Bereich digitaler, exponentieller Geschäftsmodelle zukunftssicher zu sein. Es ist allerdings eine große Herausforderung, Bestandsgeschäft und Disruption in einer Organisation zu führen und zu beherrschen. Damit dieses „beidhändige“ Agieren den gewünschten Erfolg bringen kann, werden deutlich unterschiedliche Ansätze im Innovationsmanagement erforderlich. Um Effektivität und Effizienz nicht zu verlieren, sollten Innovationsideen frühzeitig differenziert werden. Es ist zu prüfen, welche Transformationsstrategie die richtige ist. Führungskräfte müssen sich hier mit den unterschiedlichen Organisations- und Führungskulturen beschäftigen. 

7. Wir brauchen Innovationskraft, Strategiekompetenz und Veränderungswillen!

Der Wandel beginnt im Inneren, und zwar mit dem Aufbrechen etablierter Strukturen: 
„Vernetztes Denken, Arbeiten und Führen“ muss sich im Handeln sämtlicher Köpfe widerspiegeln, da die Vernetzung ein wesentliches Grundmuster der Digitalisierung ist. Gleichzeitig muss das Eingehen vertretbarer Wagnisse genauso honoriert werden, wie das Erreichen konventioneller Ziele. Ein guter Innovationsprozess und eine gelebte Unternehmensstrategie sind Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft. Unternehmen, die hierzu in den vergangenen Jahren Prozesse und Strukturen etabliert haben, sind in einer guten Ausgangssituation für die bevorstehenden Herausforderungen. Sie haben gute Chancen, die Mitarbeiter mitzunehmen. In den nächsten Jahren sind Kreativität und Veränderungswillen auf allen Ebenen gefragt, um z.B. die besonderen Herausforderungen, die uns in Bezug auf Künstliche Intelligenz (KI) bevorstehen, zu meistern. 
 

8. Erfolgreich ist, wer Nutzen schafft!

Deutsche Unternehmen denken oft nur an die Verbesserung der Kundenzufriedenheit, indem sie ihre vorhandenen Produkte und Services optimieren. Im Silicon Valley hingegen wird ein ganz anderes Ziel verfolgt: Neue Leistungsversprechen sollen zur Veränderung des Kaufverhaltens führen. Sehen Sie daher mit den Augen Ihrer zukünftigen Kunden auf Ihr Geschäft! Kombinieren Sie die Erwartungen Ihrer Kunden mit neuen innovativen Geschäftsprozessen und entwickeln Sie gemeinsam mit Ihren wichtigsten Kunden neue Leistungsangebote für die Zukunft! Stellen Sie sich dabei Ihre Zukunft bewegt, farbig und erfolgreich vor. Kunden wollen schnelle und effiziente Services, die echten Nutzen stiften. 

9. Nur mit hoch qualifiziertem, engagiertem und motiviertem Personal kann die Digitale Transformation beherrscht werden!

Es geht um Können – Wollen – Dürfen: Um die Digitale Transformation zu bewältigen, benötigen Unternehmen hoch qualifiziertes, engagiertes und motiviertes Personal. Sowohl im Management als auch bei jedem einzelnen Mitarbeiter kommt es auf die Lernbereitschaft an. Es ist wichtig, Schulungen anzubieten und Weiterqualifizierung zu ermöglichen, damit Mitarbeiter und Führungskräfte sich flexibel an die neuen Herausforderungen anpassen können. 
Die Wirtschaft war schon immer im Wandel – der Bedarf an neuen Kompetenzen ist keine Eigenart der Digitalisierung. Diejenigen, die ihr Humankapital als wertvolle Basis des Unternehmenserfolgs auch im Zeitalter der Digitalisierung verstehen, werden am besten Schritt halten können und die digitale Zukunft mitgestalten und mitbestimmen.
 

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