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3+1-Regel

Woran die Digitalisierungsvorhaben scheitern

Warum scheitern manche Digitalisierungsvorhaben und manche nicht? Welche Faktoren sind erforderlich, um ein Digitalisierungsvorhaben erfolgreich umzusetzen? Antworten auf diese Fragen liefert die 3+1-Regel, die Dr. Michael Herbst, Partner bei UNITY, auf Basis langjähriger Projekterfahrung rund um die Themen Automatisierung, Digitalisierung und IT formuliert hat.
Zunächst setzt ein erfolgreicher Use Case in der Digitalisierung drei notwendige Bedingungen voraus:

  • Beherrschung der Technologie,
  • Klarheit über die Anwendung/den Service im Geschäftskontext,
  • die Kombination der Technologie mit der Anwendung muss einen klaren Benefit haben.

Damit der Use Case erfolgreich ist, wird zudem ein Kunde benötigt, der einen Nutzen aus dem digitalen Service zieht.


Abbildung: Die 3+1-Regel (Quelle: Dr. Michael Herbst, Partner bei UNITY)

Die 3+1-Regel setzt sich also aus drei Komponenten für den Use Case und der zusätzlichen Komponente des Kunden zusammen.  Ein Use Case besteht aus der Nutzung einer Technologie in einer Anwendung, die einen Nutzen stiftet.
Das „+1“ verdeutlicht, dass ein Use Case mehrere Kunden haben kann. Ohne einen Kunden mit Interesse an der Nutzung kann man zwar den Use Case entwickeln, der Nutzen stellt sich jedoch nicht ein.

Technologie
Hiermit sind die technischen Möglichkeiten gemeint, die gewisse Funktionen im Prozess, im Geschäftsmodell oder im Produkt erfüllen können. Eine Technologie kann zum Beispiel Near Field Communication (NFC) sein. In dem Fall ist die Übertragung von Daten die Funktion, die NFC bereitstellt.      

Anwendung/Service
Darunter ist der konkrete, zielgerichtete Einsatz einer Technologie zu verstehen, beispielsweise Predictive Maintenance. Eine Anwendung – ob in einem Prozess, einem Geschäftsmodell oder einem Produkt – kann aus mehreren Funktionen der Technologie bestehen. Der Einsatz der Technologie hat keinen Selbstzweck.

Benefit
Dieser beschreibt den Nutzen, der aus der Nutzung der Technologie in der Anwendung entsteht. Ein Beispiel hierfür ist eine schnellere Auftragsabwicklung.

Kunde
Hiermit wird der Personenkreis bezeichnet, der einen Nutzen aus dem Service zieht und bereit ist, dafür zu zahlen.      

Ein Beispiel für die 3+1-Regel: Die Überwachung der Lagerbestände

Durch die Überprüfung der Lagerbestände kann die Verfügbarkeit von Lagerartikeln festgestellt werden. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Lagerbestände zu überwachen. Dies kann zum Beispiel klassisch mit einem Scanner und Barcodes erfolgen. Dabei werden die Lagerbestände halb automatisch in das Lager ein- und wieder ausgebucht. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, NFC-Chips und einen entsprechenden Reader zu verwenden: In diesem Fall buchen sich die Lagerartikel vollautomatisch ein und aus. Eine dritte Möglichkeit wäre, eine mit einem optischen Sensor ausgerüstete Drohne durch das Lager fliegen zu lassen. Dieses Beispiel verdeutlicht, dass es verschiedene Technologien gibt, die die notwendigen Funktionen für die Anwendung ermöglichen. Dies ist häufig der Fall. In dem Moment, in dem man eine Anwendung direkt mit der Technologie verbindet, verbaut man sich die Frage, ob nicht eventuell doch andere Technologien in Frage kämen.

Ihr Ansprechpartner zur 3+1-Regel

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